Aufbrechen eines Rehbocks mit Schuss durchs Gescheide

Was tun, wenn ein Stück waidwund getroffen wurde und sich der Panseninhalt in die Bauchhöhle ergießt? Da wird das Aufbrechen schwierig, die Gefahr, dass Fleisch verschmutzt wird, ist gross. „BlaserR93“ vom Forum www.wildundhund.de. hat uns eine Anleitung zum Aufbrechen zur Verfügung gestellt, mit der es auch dann noch gelingt, das Wildbret hygienisch einwandfrei zu gewinnen. Herzlichen Dank dafür.

 

Weich geschossene Stücke bricht man am besten in der Wildkammer auf, an den Hinterläufen aufgehängt. Denn da stehen gutes Licht und sauberes Wasser zur Verfügung. Man kann es aber auch im Wald so machen, wenn man zwei Fleischhaken dabei hat und die Entfernung zur Wildkammer zu groß ist. Eine Wanne unter dem Stück fängt die gröbsten Brocken auf.

 

 

 

 

 

 

 

Zuerst wird der Träger aufgeschärft und Schlund und Drossel bis zum Stich gelöst.

 

Dann wird mit dem Messer tief von unten in die Kammer gestochen. So kann schon Schweiß, je nach Schuss auch mit Panseninhalt vermischt, abfließen.

 

Anschließend wird der Brustkorb von unten aufgetrennt, entweder mit dem Messer oder der Schere. Danach ebenfalls die Bauchdecke bis zum Pinsel.

 

Nun werden Pinsel und Brunftkugeln abgeschärft.

 

Nun wird die Bauchdecke über dem kleinen Gescheide bis zum Keulenbeginn geöffnet.

 

Jetzt sieht man den ganzen grün-roten Schlamassel im Bauch- und Brustraum offen liegen.

 

Das Gescheide sinkt, der Schwerkraft gehorchend, nach unten Richtung Brustkorb, wo die Verschmutzung nichts ausmacht. Das Messer wird abgespült.

 

Die Keulen werden getrennt, in dem man mit dem Messer in der Mitte bis auf den Schlossknochen schneidet.

 

Mit der Rosenschere wird die Schlossnaht aufgetrennt und das Schloss aufgebrochen.

 

Enddarm und Blase sind nun  freigelegt...

 

und werden sauber mit dem Messer ausgelöst.

 

Der Darm wird weiter Richtung Brustkorb vom Körper abgeschärft (einfach die Haltebänder durchtrennen).

 

Um so mehr Haltebänder durchtrennt sind, um so mehr sackt das Gescheide nach unten. 

 

Das Zwerchfell wird ebenfalls am Brustkorb entlang abgeschärft. Die Filets werden durch eine Haut geschützt und bleiben sauber.

 

Das Gescheide wird immer weiter nach unten gelöst. Dort, wo es aus dem Körper herausgetreten ist, wird die Bauchdecke eingeschnitten, damit diese Teile nicht „bremsen“. Man sieht gut die grüne Pampe.

 

Der ganze Schlampampes fällt, wenn alle Organe gelöst wurden, in die Wildwanne.

 

Da hängt er nun, Keulen und Rücken mit Filets sind sauber, an den Rippen und Bauchlappen sind noch Blutergüsse und Panseninhalt.

 

Zuerst wird die Decke und Bauchlappen großzügig weggeschärft, um den Grad der Verschmutzung festzustellen.

 

Die verschmutzen Rippen werden mit der Rosenschere entfernt.

 

Die andere Seite wird genauso behandelt, erst mit dem Messer ...

 

...dann mit der Schere.

 

Wenn alle Verschmutzungen abgeschärft sind, wird das Stück von den Keulen nach unten mit sauberen Wasser ausgespritzt. Die Rippen lassen sich von innen leicht säubern, da hier nur glatte Haut ist. Das fertige Stück lässt man abtrocknen, bevor es in die Kühlung kommt. 

© by BlaserR93 2006