Erste Jagderfahrungen

Auch heuer wieder hat der Münchner Jägerverein seinen Jungjägen den Ansitz auf Schwarzwild geboten. Bei Berufsjäger Alexander Mania vom Forstbetrieb München wurden im Juni für jeweils 10 Leute zwei Abendansitze gebucht.

Treffpunkt war um 17.30 Uhr am Forstenrieder Park. Viel zu früh sind die meisten da gewesen. Doch schließlich wollte niemand zu spät kommen.
Für einige der Jungjäger war es der erste Ansitz überhaupt und viele von uns hatten bisher noch nichts erlegt. Klar, dass alle ziemlich aufgeregt waren.

Was werden wir sehen? Werden wir die Frischlinge und Überläufer sicher ansprechen können? Werden wir überhaupt zu Schuss kommen?
Ans Aufbrechen mag noch niemand denken. Keiner von den Jungjägern hat damit bisher große Erfahrungen. Nur gut, das Rainer Braun mit dabei ist, den kann man immer um Hilfe bitten.

Nach schier endlosen Minuten der Wartezeit ist es endlich 18.00 Uhr.
Zuerst allerdings kommt die Bürokratie: Alle müssen Namen und Adresse hinterlassen und 10 Euro Standgeld bezahlen. Alexander Mania schreibt die Daten genau auf, denn hinterher, wenn jemand was erlegt hat, kommt die große Rechnung.

Dann erklärt Alexander Mania, wie das Ganze abläuft und welches Wild frei gegeben ist. Wir sitzen heute auf Frischling und Überläufer. Wer nicht frei gegebenes Wild erlegt, muss den doppelten Preis, sozusagen als Srafe zahlen.
Alle lesen noch einmal aufmerksam den Zettel mit den Bedingungen durch. Dann gehts los.
Mit dem Auto fahren wir durch den Park zu den Ständen. Na, ob wir da je wieder heraus finden. Die Wege sehen alle gleich aus und es geht ewig lange in den Wald. Endlich, der Sitz ist erreicht. Faszinierend: Schon beim Angehen stehen die ersten Schweinchen draußen. Sie huschen schnell in die Deckung.

Dann ist es still. Der Blick vom Sitz ist vielversprechend: Vorsicht hinter der Wegbiegung tauchen immer wieder mal Jogger und Radlfahrer auf.

Dann kommt das Geräusch des Unimogs näher. Schon biegt er in den Weg ein und streut in wenigen Minuten ein paar Hände voll Maiskörner auf den Weg.

Dann geht alles ganz schnell. Der Unimog ist noch nicht verschwunden wuseln die Schweine aus dem Gebüsch. Drei Rotten werden auftauchen. Die Frischlinge sind leicht zu erkennen, aber auch Keiler und Bachen kann der Anfänger hier hervorragend ansprechen.
Es geht ganz schön wild zu am Kirrplatz.

Fast jeder von uns hat Anblick. Große Schweine und viele kleine Schweine. Es ist gar nicht so einfach, einen sicheren Schuss abzugeben, denn gerade die kleinen Frösche halten nahezu nie still.
Da ist Geduld gefragt. Doch warten lohnt sich, mit der Zeit werden die Schweine ruhiger. Schließlich haben die meisten doch Waidmannsheil.

Nach dem Jagderlebnis kommt allerdings die harte Arbeit: Das Stück muss aufgebrochen werden. Vorsicht: Den Zwerchfellpfeiler stehen lassen, der wird für die Trichinenschau benötigt. Lecker und Herz braucht man für die Cäsium - Messung.
Im Forstbetrieb wird dann gewogen und bei jedem Tier werden sofort die Cäsiumgehalte überprüft. Leider konnten nicht alle Tiere frei gegeben werden. Jetzt fehlt nur noch die Trichinenschau. Das heißt, der Erleger muss sein Schweinderl am nächsten Morgen gleich zum Amtstierarzt in den Schlachthof München bringen.
Doch trotz aller Mühen: Der Schwarzwild Ansitz im Forstenrieder Park war auch heuer wieder ein tolles Jagderlebnis!
Waidmannsheil!