Das fängt ja gut an

Ein neuer Jagdkurs beginnt. Das ist immer spannend, auf beiden Seiten. Denn wie werden wir uns verstehen? Immerhin verbringen wir im kommenden Jahr sehr viel Zeit miteinander. Ganz besonders spannend ist natürlich immer auch der erste Reviertag. Er verspricht die erste Berührung mit der Jagd hautnah. Und diesemal war es wirklich so, der neue Kurs musste sozusagen gleich ins echte Jägerleben einsteigen. Doch davon später. .

Zunächst hieß es erst einmal alles Kennenlernen : Die Mannschaft im Revier, die Hütte, den Schuppen, den Aufbrechplatz und alles drum herum.
Rainer schwärmt schon von den gemütlichen Runden um die Feuertonne, die wohlige Wärme spendet, wenn man sich nach der Arbeit an einem frostigen Wintertag aufwärmen möchte.

Dann machen wir uns auf den Weg zur ersten Runde durchs Revier. Ausgestattet mit Rechen, Sicheln und Arbeitshandschuhen stapfen wir los.

Ziel ist die Faulenzer-Kanzel. Jeder steigt gleich einmal hoch, um zu sehen, wo die Schussschneisen liegen, wo der Wildacker angelegt wurde und warum an dieser Stelle eine Kanzel und nicht nur eine Leiter steht. Der Wind wird geprüft. Dann schneiden wir unter der Kanzel gleich noch aus, um die Holme wieder vom hohen Gras zu befreien. So halten sie länger.

Nächster Halt ist der Luderplatz.
Wir plaudern über die Fuchsjagd und was alles auf den Luderplatz darf, und was nicht.
Dann geht es weiter zur Fütterung, zur Wildackerdemofläche, auf die Waldlehrfläche. Wir sehen gefegte Bäumchen, wir sehen Verbiss, wir lernen, was ein Wechsel ist und wie man sieht, dass Rehwild im Revier ist.

Auf dem Weg kann man vieles entdecken. Nächster Haltepunkt ist die so genannte Römerstraße. Bei der Kanzel werden wieder die Holme freigeschnitten. Dann üben wir uns im Schätzen von Entfernungen. Mit dem Entfernungsmesser sieht das dann gleich ein wenig anders aus. Doch mit ein wenig Übung hat man schnell ein Auge dafür.

Dann führt Rainer die ganze Gruppe in die Wildnis, sozusagen ins Wohnzimmer der Rehe. Rechts und links Dickung und jede Menge Wechsel. Wir finden Betten, wo sich das Rehwild in die Sonne legt. Zum Gehen ist es etwas schwierig im hohen Gras. Aber man kann schön erkennen, dass bei so hohem Aufwuchs nichts mehr zu sehen ist. Selbst Dodo und Auri verschwinden im hohen Gras.

Immer wieder bleibt der ganze Tross stehen und wir schauen irgendetwas an. Rainer weiß an jedem Halt spannende Geschichten rund um die Jagd.
Bisher hatten wir Glück mit dem Wetter, doch jetzt wird's dunkel. Außerdem haben alle ziemlich Hunger, immerhin sind wir schon rund drei Stunden unterwegs.
Also weiter gehts zum Endspurt dieser ersten Runde., Denn an der Donna-Kanzel wartet noch ein Stück Arbeit auf uns. Auf der Rückegasse haben die Holzer Berge von Ästen und Zweigen liegen gelassen. Sie sind hinderlich bei der Jagd und müssen ausgeräumt werden. Wenn alle anpacken ist es nicht ganz so mühsam, oder?

Doch kaum sind wir an der Rückegasse angekommen, überrascht uns ein Wolkenbruch und es schüttet in Strömen.

Zum Glück ist es nicht kalt und wir packen um so schneller zu. Ratz Fatz, die Arbeit die so mühnsam aussah ist in wenigen Minuten erledigt.
Es hat richtig Spass gemacht, nur Dodo stand natürlich wie immer überall im Weg

Kaum waren wir fertig mit dem Ausräumen des Weges hat auch der Regen aufgehört. Wir können also noch ganz entspannt die Salzlecke nachlegen. Rainer erklärt kurz, welche Möglichkeiten der Salzlecken es gibt, dann wird nachgelegt.
Un jetzt geht es in schnellem Schritt zur Hütte, Mittagspause, die haben wir uns wirklich verdient. Alle geniesen die warme Stube, wir heizen nochmal kräftig ein, um unsere Jacken zu trocknen und dann wird es erstmal still in der Runde, weil alle genüßlich ihre Brotzeit verzehren.

Am Nachmittag haben wir volles Programm. Diesmal beginnen wir nicht mit den Nagelübungen, sondern mit dem richtigen Jägerleben. Denn heute müssen wir Apfeltrester holen. Die Leute vom Gartenbauverein habne angerufen, dass heute gemostet wird und wir unseren Apfeltrester holen können. Also machen sich alle auf und richten die blauen Fässer her.

Schnell hat sich eine Kette gebildet und im Nu sind die Fässer auf dem Anhänger.

Doch dann scheint es ein größeres Problem zu geben: Wie machen wir die Fässer fest, dass sie bei Fahrt nicht so herumrollen. Da sind die Ingenieure gefragt! Wenn so viele nachdenken, muss es doch klappen, oder?

Nachdem die Fässer festgezurrt sind, fahren wir zur Obstpresse. Und gehts rund. Alle, die auf nicht so großem Fuss leben, müssen ab in die Tonne und den Trester feststampfen. Unsere Mädels beherrschen das perfekt.

Mit waghalsigen Sprüngen und unter vollem körperlichen Einsatz wird hier gearbeitet.
Ob wir den Apfeltrester überhaupt je wieder aus den Tonnen herauskriegen, so fest, wie der diesmal eingestampft wurde?

Auf jeden Fall machts richtig Spass!

'Auf jeden Fall ist es wieder ein hervorragender Trester, nicht zu trocken und nicht zu nass, einfach ideal und er duftet, dass man am liebsten selbst davon naschen möchte.

Die 60 Liter Fässer sind ganz schön schwer, aber mit vereinten Kräften ist das ganz gut zu schaffen.

Um fünf Uhr ist alles geschafft, die Fässer sind gefüllt und im Schuppen verstaut. So lange hat noch nie ein Reviertag gedauert. Das fängt ja schon gut an...

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