Fit mit dem Fichtenmoped

Ende Februar war es soweit. Der MJV bot seinen Mitgliedern einen professionellen Motorsägenkurs an. Zwei Tage lang sollten wir lernen, um das begehrte Zertifikat zu erlangen: Die Teilnahmebescheinigung, die heute vom Staatsforst und von vielen privaten Waldbesitzern verlangt wird, wenn man Brennholz schneiden möchte.

Auch im Revier zahlt es sich aus, wenn man richtig und vor allem sicher mit der Motorsäge arbeiten kann. Doch fangen wir von vorne an.
Treffpunkt ist um 08:30 Uhr an der Hütte im Lehrrevier. Denn zunächst steht Theorie auf dem Programm. Unfallverhütung heißt das Thema Nummer eins. Nach wie vor passiert viel zu viel bei der Holzarbeit.
Immer zu zweit arbeiten und den Sicherheitsabstand einhalten !
Zur richtigen Ausrüstung gehört nicht nur eine Schnittschutzhose, der Helm und die Sicherheitsschuhe sondern auch der Ohrenschutz. Schon 7 Minuten Dauersägen reichen aus, um Gehörschäden zu bekommen.

Wir lernen auch noch, wie wichtig es ist, dass man eine gute Säge anschafft, eine die nicht permanent vibriert, denn das verursacht die so genannte Weißfinger - Krankheit. Der Grund: Durchblutungsstörungen.
Neben der Sicherheit drehte sich dann natürlich alles um die Säge selbst: Was ist was, welche Knöpfe sind wofür.

Schließlich lernten wir auch noch alles über den wichtigsten Teil einer Motorsäge, über die Kette.

Unser Lehrgangsleiter, Forstmeister Ralph Kisslinger, erklärte uns die Funktion der Motorbremse und wie der Luftfilter ausgebaut, gereinigt und wieder eingesetzt wird.
Nach zwei Stunden Theorie und einigen schockierenden Bildern über Unfallgefahren ging es raus zu den ersten praktischen Übungen: Im Lehrrevier hat Ralph Kisslinger einige Übungsbäume zurecht gelegt, um uns die Schnitttechnik bei zu bringen.

Dann ist es soweit, die Säge wird angeworfen. Halt, die Säge darf dabei nicht in der Hand rum wackeln, sie muss beim Anwerfen entweder zwischen den Knien gut fest gehalten werden oder auf den Boden gestellt werden. Dann steigt man mit der Stiefelspitze in den Griff um sie zu halten und zieht das Zugseil.
Endlich: Der Lehrmeister macht die ersten Schnitte.
Das Wichtigste beim Sägen: Die ausreichende Schmierung. Deshalb muss die Kette immer gut mit Öl versorgt werden. Wer prüfen will, ob bei der Ölzuleitung nichts verstopft ist, der kann die Säge kurz im Leerlauf laufen lassen. Der Streifen auf der Scheibe zeigt, dass Öl fließt.
Keine Angst um die Umwelt ! Kettensägenöl ist heute meistens aus nachwachsenden Rohstoffen und deshalb für die Umwelt nicht belastend.

Doch mit dem Sägen allein ist es nicht getan. Denn eine Säge braucht auch Pflege. Denn wenn die Kette stumpf ist, tut man sich doppelt schwer. Deshalb lernen wir auch gleich noch wie man die Kette schärft.
Wichtig, das richtige Werkzeug! Welche Feile man benutzt ist abhängig von der Art der Kette und den Maßen der Kettenglieder. Das Feilen selbst geht ziemlich einfach. Man muss nur ein bisserl Gefühl und ein bisserl mehr Geduld mit bringen.
Auf jeden Fall sollte man seine Kette nach jedem größeren Einsatz nach feilen.

Zum Feilen wird die Säge eingespannt. Dafür gibt es extra Vorrichtungen, ein Schraubstock tut es auch. Beim Schärfen ist es wichtig, den richtigen Winkel ein zu halten.

Übrigens, die Feile sollte man nicht auf der eigentlichen Reibefläche anfassen, sondern immer nur oben an der Spitze.

Noch etwas darf man bei der Pfllege der Säge nicht vergessen: Die Schiene, in der die Kette läuft muss regelmäßig ausgekratzt werden.
Nach soviel Theorie sind wir alle schon ganz gespannt auf die wirkliche Praxis. Am zweiten Lehrgangstag geht's deshalb gleich in den Wald. Zunächst üben wir das einfach Absägen einer Scheibe vom Stamm. Ralph Kisslinger zeigt uns noch einmal, wie man die Säge richtig hält und wie man sie ansetzt. Wichtig: Immer weg vom Bein !
Klingt alles leicht, ist auch nicht schwer, aber man muss doch erst ein Gefühl für die Säge bekommen. Noch stehen wir alle ein bisserl steif vor dem Baumstamm. Doch das Ansetzen geht schon gar nicht schlecht.

Wichtig für die Entlastung des Rückens: Die Säge wenn immer möglich am Stamm auflegen und sozusagen selbst arbeiten lassen.

Der nächste Schritt: Wir lernen einen Fällkerb schneiden. Zuerst sägen wir den Fällkerb Boden. Die Tiefe der Kerbe soll etwa ein Viertel des Stammdurchmessers haben. Dann kommt das Fällkerbdach. Es läuft im 45 ° Winkel zum Fällkerbboden.

Der Fällkerb bestimmt die Richtung, in die der Baum fallen soll. Dann werden die beiden Enden des Fällkerbs mit der Säge markiert. Schließlich erfolgt der endgültige Schnitt. Er sitzt etwas tiefer als der Fällkerb, damit eine gute Bruchkannte entsteht.
Bäume bis 30 cm Durchmesser werden mit Hilfe des Fällhebers gefällt. Doch halt ! vorher muss die Umgebung noch gewarnt werden. Ein lautes "Baum fällt" ist die Ansage. Dann wird der Fällheber angesetzt und hochgedrückt. Der Baum fällt.
Wir allerdings üben noch an unseren Baumstümpfen. Wenn die Technik sitzt, gehts in den Hochwald zum Stangen schneiden. Jeder von uns darf seinen eigenen Baum fällen. Fachgerecht mit Fällkerb und Fällheber , versteht sich. Vorher allerdings wird der Fluchtweg nach hinten frei geräumt und die Werkzeuge griffbereit, aber nicht zu nah am Baum abgelegt. Fast jeder Baum hänft fest. Auch das lernen wir, wie wir es mit dem Fällheber schaffen die fichten loszurütteln und hinzulegen. .

Kaum zu glauben, aber wir haben es geschafft. Nach zwei Tagen sind wir richtig fit beim Gebrauch der Motorsäge. Und mächtig stolz nehmen wir die Teilnahmebestätigung in Emfpang.

Schon würden alle am liebsten gleich lossägen. Doch erst müssen wir uns noch für's Gruppenfoto aufstellen. Auf jeden Fall hat es viel Spass gemacht. Herzlichen Dank an Ralph Kisslinger.

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