50 Jahre und kein bisschen älter...

Genau 50 Jahre ist es her. Es war im Mai 1961, da trafen sich in der kleinen Ortschaft Klinglbach bei St. Englmar 148 Jagdhornbläser zum ersten Landesbläserwettbewerb.

Organisiert hatte das Treffen der Jäger und Jagdhornbläser Max Ibel aus Bogen. Er hat seine Bläserkollegen aus ganz Bayern in seinen Heimatort Klinglbach eingeladen.
Aus dieser Veranstaltung vor 50 Jahren wurde Tradition: Sechsmal fand in Klinglbach ein Landesbläserwettbewerb statt, der letzte 1970 mit über 700 Bläsern und rund 10.000 Besuchern. Seitdem wird der Wettbewerb alle zwei Jahre an verschiedenen Orten Bayerns veranstaltet. 2012 ist es wieder so weit, da treffen sich die Bläser in Eggenfelden

Doch zurück nach Klinglbach: Am 26. Juni 2011 hat die Kreisgruppe Bogen zu einem großen Landesbläsertreffen in Klinglbach eingeladen. 500 Bläser und viele Hundert Besucher sind in den kleinen Ort im bayerischen Wald gekommen um den 50 igsten Jahrestag zu feiern. Mit dabei auch einige wenige wie dieser Herr aus Mittelfranken, die schon beim allerersten Mal in Klinglbach den Ton angaben.

Am Sonntag früh um 08:00 Uhr ist Treffpunkt im großen Bierzelt. Noch ist es leer, die Musikkapelle baut ihre Instrumente auf, die Frauen am Standl mit Kaffee und frischem Gebäck erwarten den Ansturm der Gäste.

Dann trudeln die ersten Gäste in. Auch für die Bläser vom Münchner Jägerverein ist natürlich ein Tisch reserviert. Schließlich waren auch unsere Bläser bei den ersten Wettbewerben dabei.
Beim allerersten Mal übrigens haben sich die Richter, die die Bläser beurteilen sollten, während des Vorblasens in der Scheune des großen Gutshofes versteckt, damit sie keine Schläg' einsteckten, wenn sie eine Gruppe nicht so gut beurteilt haben. Die Zeiten waren damals eben ziemlich rauh.

Vom unseren Bläsern waren fast alle dabei und die meisten haben Ihre Partner mitgebracht. Am Tisch ging's schnell recht fröhlich zu. Mit dabei war auch der tolle Hornständer, den Franz Pletzer für unsere Bläsergruppe so kunstvoll geschaffen hat und unsere Standarte. So etwas hatte niemand sonst und deshalb wurde unser Tisch immer wieder fotographiert und bestaunt.

Unsere Standarte stammt von den "Sendlinger Jägern", doch das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall ist sie wunderschön.

Mittlerweile ist das Zelt voll geworden. Nach und nach treffen die 30 Bläsergruppen aus allen Teilen Bayerns in Klinglbach ein. Der Lärmpegel steigt, es gibt viel zu erzählen, alte Geschichten werden wieder lebendig.

Auch viele Ehrengäste sind angereist, allen voran Landesjagdpräsident Prof. Jürgen Vocke und seine Manschaft aus der Geschäftsstelle in Feldkirchen. Außerdem sind Abgeordnete aus der Region gekommen und natürlich auch der Landrat und der Bürgermeister. Gastgeber Josef Niermeier von der BJV-Kreisgruppe Straubing-Bogen begrüßt uns und ruft dabei alle Bläsergruppen einzeln auf. Die antworten natürlich mit einem großen Hallo. Wir selbstverständlich auch.

Unser Bläserobmann Horst Baumann hat für den Gastgeber ein ganz besonderes Geschenkt mitgebracht. Einen Krug mit Zinndeckel und unserem Bläserzeichen, als Dankeschön für die Einladung und als Erinnerung an den Bläserchor des MJV. Und für jeden von uns gab es zur Erinnerung nicht nur eine Nadel, sondern auch einen Zinndeckel für den Maßkrug im Biergarten. Lieber Horst, herzlichen Dank!!

Nach der Begrüßung, es ist schon kurz vor 10 Uhr vormittags, heißt es aufstellen zum Kirchenzug. Kurzerhand wurde unser Vorsitzenden Claus Emig von allen zum Standartenträger erkoren. Ein würdevolles Amt schließlich ist die Standarte unsere Visitenkarte. Claus Emig meisterte alles perfekt und das obwohl die Fahne ziemlich schwer ist.

Draußen vor dem Festzelt sind Nummerntafeln angebracht, jede Gruppe muss sich dort plazieren. Dann zieht der Zug mit 500 Bläsern hinauf zum alten Gutshof . Dort nämlich im Hof des Gutshofes findet das eigentliche Festprogramm statt. Auch wir sammeln uns und gliedern uns ein in den langen festlichen Kirchenzug ein.

Auch wenn alles zunächst nach Chaos aussieht, in kurzer Zeit sind alle gut sortiert, es geht los. Unsre Standarte sticht immer heraus und ist weithin sichtbar.

Der Zug der Bläser kommt im Gutshof an und alle verteilen sich. Der riesige Hof ist voller Menschen.
An der einen Seite des Hofes ist ein Altar aufgebaut, denn erster Programmpunkt ist die feierliche gemeinsame Hubertusmesse. Die Stühle in der Mitte des Hofes reichen natürlich nicht für die vielen Bläser und ihre Gäste.
Die Ehrengäste sitzen selbstverständlich in der ersten Reihe
Pfarrer Kilian Limbrunner begeisterte durch seine Hubertuspredigt. Selbst Jäger findet er immer die richtigen Worte für die Jägerschaft.

Nach der Messe und den Festansprachen von Jagdpräsident Jürgen Vocke und vielen Honoratioren gehts zum Mittagessen ins Festzelt zurück. Der Hunger ist riesen groß, die Schlangen am Buffet auch, aber schließlich bekommen alle das, was sie wollen. Sehr viel Zeit bleilbt uns alledings nicht. Denn um 14:00 Uhr soll das große Bläserkonzert starten.

Dann ist es soweit. Das große Jagdmusikkonzert kann beginnen. Die Leitung hat Beate Bauer, die Bläserobfrau von Niederbayern. Sie hat auch das Programm zusammengestellt und ihr gelingt es, 500 Bläser sozusagen unter einen Hut zu bringen. Eine beeindruckende Leistung.
Zwei Stunden lang kann man nun Jagdmusik vom feinsten hören. Abwechselnd blasen einzelne Gruppen und dann wieder alle zusammen. 500 Jagdhörner, ein bewegendes Erlebnis.
Horn auf!

 

 

Wenn Sie auf das Horn klicken können Sie einen kurzen Eindruck bekommen, wie es klingt, wenn 500 Bläser die Begrüßung anblasen.

Das Konzert beginnen alle Bläser zusammen mit der Begrüßung und der Ehrenfanfare. Dann präsentieren die Krumbacher Bläser den Jubiläumsmarsch, die Jägerkameradschaft Cham Horrido. Alle Jäger singen mit. Gefolgt von der Festlichen Fanfare - sie wird nur von B-Parforcehörnern geblasen - und so weiter, und so weiter. Die einzelnen Gruppen wechseln sich ab. "Die Fröhliche Runde", Französische Jagdmusik, der "Oppoldinger Treibermarsch", der "Hubertusmarsch" und die "Hubertusfanfare", "Klänge aus Bad Kötzting", der "Sächsische Zapfenstreich" bekanntes und weniger bekannte Klänge, alles war vertreten.

Manch einer braucht doch einen Spickzettel, vor allem wenn das Stück so schwierig ist wie etwa die Waldkauzpolka. Nur gut, dass der Vordermann einen großen Rücken hat, mit Hilfe einer Wäscheklammer gibt das den perfekten Notenständer.

So mancher hat schon viele Bläserwettbewerbe mitgemacht. Der Hut kann Geschichten erzählen. Auch von Klinglbach 2011 gibt es natürlich ein Abzeichen.

Dann sind wir dran, natürlich sind alle ein bisserl aufgeregt, vor so viel Publikum blasen, das ist gar nicht so einfach. Aber Horst Baumann hat uns gut eingestimmt. Wir blasen den "Jäger aus Kurpfalz", ein besonders schönes Stück. Horn auf, blast an!

Klinglbach 2011 war ein wunderbares Erlebnis. Wenn 500 Bläser den Ton angeben, kann sich niemand mehr entziehen. Das bewegt und berührt.
Doch 50 Jahre Bläserwettbewerb sind noch lange nicht genug. Das Jagdhornwesen ist in den letzten 50 Jahren aufgeblüht, noch nie gab es so viele Bläsergruppen von solcher Qualität. Ein schönes Gefühl, dass auch unser Bläserchor da dazugehört.

[zurück]