Mit dem Jäger auf der Pirsch - Abenteuer Wald

"Den Wald vor der Haustür mit allen Sinnen erleben" hieß es wieder am Sonntag, den 21. Juni im Lehrrevier. Nach einem Jahr Pause hat der Münchner Jägerverein auch heuer wieder zu Bayern Tour Natur eingeladen. Und wieder wurde die Wanderung durch unser Revier ein voller Erfolg.

Treffpunkt war wieder die St. Ulrichskapelle in Lanzenhaar. Pünktlich um zwei waren alle da: 16 Erwachsene und 7 Kinder. Wir hoffen, dass das Wetter hält und stapfen los.

Erste Station: "Wenn der Wind Mikado spielt." Wir betrachten, was das Sturmtief Niklas mit unserer Waldlehrfläche gemacht hat.
Doch dann geht es auch gleich los, mit Fragen ausgestattet, suchen alle Teilnehmer nach markanten Bäumen und Büschen: Eiche, Buche, Ahorn, Hollunder und Weißdorn sind diesmal gefragt. Gar nicht so einfach, denn manchmal verstecken sich die gesuchten hinter einem Holzstoß.

Zweite Station: Die Douglasie. Sie findet man jetzt wieder öfter in unseren Wäldern, weil sie wegen ihres Holzertrages gern angepflanzt wird und das mildere Klima schätzt.
Die Douglasie war in früheren Zeiten schon einmal hier zu Hause, das ist allerdings schon ziemlich lange her, mehrere Tausend Jahrhunderte, vor der Eiszeit.
An den Jungpflanzen lässt sich der Unterschied zur Fichte schnell spüren. Die Fichte ist stachelig, die Douglasie ganz weich. Auch die Zapfen sehen anders aus, sie haben Fähnchen.

Auf Entdeckungsreise müssen unsere Teilnehmer dann wieder auf der Wildacker-Demofläche. Dort gilt es Topinambur, Klee, Sonnenblume und Buchweizen zu finden. Gar nicht schwer. Denn im Feinkostladen fürs Wild ist alles reichlich vorhanden

Danach gehts ins Wohnzimmer der Rehe. Zur Einstimmung und zum Schärfen der Sinne, machen wir uns erst einmal auf Nachtwanderung - und das am helllichten Tag. Alle werden mit Augenbinden ausgestattet, dann bilden wir eine lange schlange und tasten uns sozusagen durchs Gebüsch. Keine Angst, Rainer, der Kopf der Schlange hat die Augen offen.

An der Kanzel prüfen wir den Wind. Am Faden oder am Ziehen des Rauches nach dem Abbrennen eines Streichholzes lässt sich leicht erkennen: Wir haben Westwind, wir können also unbemerkt weiter ziehen. Dann entdecken wir ein Fegerl. Ein kleiner Holunderbusch ist mächtig verfegt. Grund genug, sich das mit dem Fegen und den Gwichtln einmal näher anzuschauen. Rainer zieht die einzelnen Gwichtl aus dem Rucksack: im Bast, verfegt, weiß, braun. Alle Stationen auf dem Weg zu guten Rehgehörn können wir ausgiebig studieren.

Auf dem Weg weiter lernen wir noch andere Bewohner kennen: In einem alten Baumstumpf ist ein wahres Luxushotel für alles, was kräucht und fleucht. Solche Holzruinen sind wertvoller Lebensraum.

Dann verlassen wir den Einstand wieder. An der Kanzel betrachten wird die Salzlecke und fragen, wieso die Tiere Salz wollen. Dann besuchen wir die Welt der Hasen. Jede Menge Losung - dichke kleine Köddel finden wir einzeln verstreut rund um das Hasenplakat.
Und was war gleich wieder der Unterschied zwischen Hase und Kaninchen?

Abenteuerlich wird es in der Welt der Eichhörnchen. Mit Spiegeln ausgestattet wagen wir einen Blick in die Baumkronen, obwohl mit beiden Beinen auf der Erde.

Langsam nähern wir uns der Zielgeraden Richtung Hütte. Doch auch am Wegrand ist noch einiges zu entdecken. Die riesigen Blätter der Pestwurz zum Beispiel. Sie ergeben super Hüte und schützen vor zu viel Sonne und vor Regen.
Selbstverständlich schauen wir noch beim "Dinomoos" vorbei, dem Bärlapp, einer uralten Pflanzenart, und im Kindergarten der Waldbäume. Fichten, Tannen, Eichen, Birken, Vogelbeeren, Buchen. Überall sind kleine Bäumchen, man muss sogar aufpassen, dass man nicht drauf tritt. Rainer erklärt, wie man die Tanne von der Fichte unterscheiden kann und warum wir nie einen Tannenzapfen finden.

Jetzt wird's gefährlich, denn die vorletzte Station führt zu den Raubtieren. Im Wald ist keineswegs alles nur heile Weld. Die Tiere haben auch Feinde: Fuchs und Dachs, Marder und Wiesel zum Beispiel. Sie fressen kleine Hasen, kleine Vögel oder räubern die Nester aus.

Dann lernen wir noch, was in den Wald gehört und was nicht. Dann gehts zur Hütte und dort wartet schon die Brotzeit. Unser Conny Boser hat einen großen Topf voller Würstel warm gemacht und Brezen und Semmeln mitgebracht. Vielen Dank! Claus Emig lädt alle ein, es sich gut schecken zu lassen. Gemeinsam sitzen wir zusammen, plaudern und lassen den Spaziergang noch einmal Revü passieren. Bayern Tour Natur war wieder eine rundum gelungene Sache. Servus bis zum nächsten Jahr!

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