"Mich laust der Affe"

Um ein kleines Tier mit acht Beinen drehte sich alles auf unserer Monatsversammlung im Juli. Die Rede war vom Holzbock, besser bekannt als Zecke und von den Borrelien, die sie durch ihren Stich auf den Menschen übertragen kann.

Der große Holzbock ganz links auf dem Bild, erklärte Dr. Andreas Puschmann, ist das Zeckenweibchen. Es legt 2000 bis 3000 Eier im Jahr. In der Mitte ist das Zeckenmännchen und ganz rechts, die kleine Zecke, ist eine so genannte Nymphe. Zecken im Nymphenstadium kommen beim Menschen am häufigsten vor.

Die Borreliose ist eine relativ neue Infektionskrankheit und gilt heute als "Syphilis" des 21. Jahrhunderts. Denn der Erreger, das Bakterium "Borrelia burgdorferi", gehört zu den Spirochären wie der Erreger der Syphilis. Gegen dieses Bakterium gibt es derzeit bei uns keine Impfmöglichkeit. Anders als beim Hund übrigens, Hunde kann man gegen Borreliose impfen.

Zum ersten Mal beschrieben wurde die Borreliose 1976 in den USA. 1982 hat der Schweizer Arzt Burgdorfer herausgefunden, dass der Erreger dieser Krankheit ein Bakterium ist.
Bis zu 60 % der Zecken sind mit dem Borreliose-Erreger infiziert. Mit dem Stich geben die Zecken das Bakterium dann an den Menschen oder auch an den Hund weiter.
Borreliose wird übrigens auch von Bremsen übertragen.

Das Gefährliche an der Borreliose ist, dass man sie teilweise nicht rechtzeitig erkennen kann. Denn die Symptome sind vielfältig und erinnern oft an eine Sommergrippe. Außerdem sondert die Zecke beim Stich einen betäubenden Stoff ab, so dass man den Stich zunächst nicht spürt.
Die Krankheit befällt den ganzen Körper, der Mediziner nennt das eine Multisystemerkrankung.
Erkennen lässt sich die Borreliose an der so genannten Wanderröte rund um den Stich. Doch diese Hautrötung tritt nicht immer auf. In einem späteren Stadium der Erkrankung oder nach einer unzureichenden Behandlung kann die Infektion zu Nervenentzündungen, Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen, Augenentzündungen, Muskelentzündungen und Gehirnentzündungen führen.

Der beste Schutz vor Borreliose ist die Vorbeugung. Die Zecke sollte so frühzeitig wie möglich entfernt werden, damit so wenig Erreger wie möglich ins Blut gelangen. Deshalb sollten sich die Jäger nach der Pirsch im Wald gründlich absuchen oder noch besser absuchen lassen, empfiehlt Dr. Andreas Puschmann, ganz nach dem Motto "Mich laust der Affe".
Doch Vorsicht! Beim Entfernen der Zecken muss man unbedingt verhindern, dass sich der Holzbock erbricht. Denn dann gibt er erst recht die volle Ladung an Erregern mit seinem Speichel ins Blut ab.

Der Jäger sollte deshalb immer etwas zum sicheren Entfernen der Zecken parat haben. Einfache Entfernungshilfen, mit denen man die Zecke mit dem Kopf direkt an der Hautoberfläche richtig erwischen kann, gibt es zum Beispiel in der Apotheke, sowie die Sprühdose zur Vereisung mit Schiebezange zum Entfernen. Sie kostet ca € 9,--. Die Anti-Zeckenkarte mit integrierter Lupe kostet ca € 2,50, auch sie ist in der Apotheke erhältlich. Der O-Tom Zeckenhaken kostet € 3,89 und ist unter www.otom.com zu bestellen.