Übung macht den Meister

Einmal im Jahr wollen sie es wissen, unsere Ausbilder und die Mitglieder aus dem Vorstand des Münchner Jägervereins. Schließlich können selbst alte Hasen immer noch was dazu lernen und als Ausbilder sollte man sichsowieso immer wieder auf den Prüfstand stellen.
Deshalb ist die Fahrt nach Amerdingen zur Frankonia Schießanlage jedes Frühjahr ein Pflichttermin.
Einen Tag lang wird trainiert bis die Muskeln krachen oder blaue Flecken kriegen, bestens betreut von unseren Schießausbildern Thomas Brandhuber und Lothar Haunolder und ihrer Mannschaft in Amerdingen.

Am 16. Mai ist es soweit: 09:00 Uhr ist Treffpunkt in der Schießanlage.
Erste Station: Die Waffen werden eingeschossen - 100 Meter aufgelegt.

Dann wird es schwieriger: Nach stehend angestrichen üben wir nur noch das freihändige Schießen, auf die Rehscheibe, den Keiler, den Hirschen. Wichtig: Die Ellenbogen müssen nach außen hochkipptwerden, damit man die Waffe fest im Griff hat.
Am sichersten trifft man ins Leben, wenn man den Lauf von oben in die Scheibe zieht. Und nicht zu lange warten, sondern ansprechen, zielen, schießen. Sonst wackelt der Schuss garantiert daneben.
Da ist höchste Konzentration gefragt. Ganz schön anstrengend die Übung, da wird nicht nur der Gewehrlauf heiß.
Wer sich sicher fühlt, kann zur nächsten Station wechseln.

Jetzt geht's ins Eingemachte: Wir üben den Schuss auf Wild in Bewegung. Die Scheiben mit den Keilern kommen auf uns zu, mal sind sie beleuchtet, mal im Dunkeln, ganz so wie es der Situation auf einer Drückjagd im Wald entsprechen kann. Die Aufgabe heißt nun, jeweils vier Schüsse möglichst auf die weißen Flecken zu bringen.
Lothar Haunolder drückt auf den Startknopf, wenn der Schütze bereit ist.

Jetzt bloss keine Hektik. Nur wer sich Zeit lässt und die Ruhe bewahrt, trifft gut. Auch wenn man es fast nicht glauben kann, wir haben jede Menge Zeit, um den Schuss überlegt und sicher anzubringen.
Unser Vorsitzender Claus Emig jedenfalls lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen.

Wer die drei Keiler gemeistert hat, zieht weiter ins Herzstück der Anlage, zur großen Drückjagdsimulation und zum laufenden Keiler. Keine Angst, er ist ja nur aus Pappe.

Auch hier wieder gilt: Ellenbogen hoch!
Jeder Schuss wird genau besprochen. Die Anleitung ist perfekt. Und natürlich haben wir auch unsere "Experten" dabei.
Die Schüsse lassen manchmal noch zu Wünschen übrig, aber wir haben ja noch den ganzen Vormittag zum Üben.

Schließlich kommt einer auf die Idee, am laufenden Keiler eine Nadel auszuschießen.
Jeder Schuss wird jetzt akribisch beobachtet, Wettbewerbsbedingungen eben.
Claus Emig führt Buch. Die Treffer sind am Bildschim deutlich zu erkennen.
Das Ergebnis?? Darüber wollen wir diesmal lieber schweigen. Wir haben dann auf die Nadel verzichtet, kein Wunder, nach vier Stunden hartem Training und so kurz vor der Mittagspause!

Nach dem Mittagessen war die Müdigkeit schnell vergessen. Denn am Nachmittag stand Schrotschießen auf dem Programm.
Die Flinten wurden ausgepackt und alle warten. Welcher Parcour ist erwünscht?
Am Anfang muss es ja noch nicht gleich ganz schwer sein.

Dann geht's los, die erste Runde läuft. Regie führt Thomas Brandhuber, er sieht jeden Fehler.

Das macht richtig Spass. Manche Tauben haben es in sich, die sind nur schwer zu knacken. Aber einmal wird jede getroffen.

Der Nachmittag geht wie im Flug vorbei. Der letzte Wechsel. Dann sind die Patronen verschossen.
Hundemüde sind wir plötzlich und so manch einer bringt ziemlich blaue Flecken mit nach Hause. Aber schön war's in Amerdingen und es hat wieder einmal riesig Spass gemacht. Herzlichen Dank an Thomas Brandhuber und Lothar Haunolder und Ihre Truppe von der Frankonia Schießanlage. Und herzlichen Dank auch an Claus Emig, der das Ausbilder Schießen wieder möglich gemacht hat.

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